Unternehmensgeschichte

Svedbro Smide AB (1878-1940)

Die Unternehmensgeschichte von Svedbro Smide beginnt Ende des 19. Jh. mit dem Schmied Gustav Tiderman. Dieser gründet 1878 in Svedbro eine wasserbetriebene Schmiede. Sie befindet sich unweit des Flusses Annån, der rund 10 km von Gränfors entfernt zwischen Gnarp und Bergsjö die Straße passiert. Die Schmiede meldet nach einem Jahr Konkurs an und wurde von Johan Sjölander übernommen, der sie rund 12 Jahre am Laufen hält. Nach seinem Tod wird sie von seiner Witwe Kajsa-Stina Sjölander an Anders Erik Bergqvist verkauft, der sie wiederum 1924 seinem Sohn Erik Bergqvist vermacht. Erik Bergqvist war ausgebildeter Schmied sowie Hufschmied und mit Britta verheiratet. Beim Tod von Erik Bergqvist 1941 obliegt die alleinige Verantwortung für den Schmiedebetrieb seiner Frau. Im Unterschied zu ihrer Vorgängerin, der Schmiedwitwe Kajsa-Stina Sjölander, die sich ein halbes Jahrhundert dagegen entschieden hatte, beschließt sie, die Schmiede weiterzuführen.

Britta betreibt die Schmiede 6 Jahre mithilfe der beiden John Enander und Schmiede Rudolf Larsson unter der Firmenbezeichnung „Erik Bergqvist Smide Sterbhus“. Zu den dort gefertigten Produkten zählen u.a. Hochdruckkessel und Warmwasserbereiter. Der während des Zweiten Weltkriegs herrschende Materialmangel führt jedoch zum Erliegen der Produktion. Stattdessen werden Hacken, Hebezangen und Hebehaken hergestellt.

Kooperation mit Gränsfors Bruk
(1940-1960)

Im Jahr 1943 beginnt der Neffe von John Enander, Per Enander, im Alter von 22 Jahren seine Tätigkeit als Schmiedelehrling bei Britta in der Schmiede zu Svedbro. Zu dieser Zeit werden viele Auftragsarbeiten für den Eisenhandel von O. Eriksson in Bergsjö gefertigt. Nach einigen Jahren heiratet Per Enander eine der Töchter von Britta, Elsie. 1947 übernimmt er die Schmiede in Svedbro. Daraufhin ändert die Schmiede ihren Namen in Svedbro Smidesfabrik. Per Enander beliefert weiter den Eisenwarenhandel in Bergsjö. Ab 1948 werden dort ältere Kuhfuß-Varianten hergestellt, die an das Axtunternehmen Gränsfors Bruk AB Axt verkauft werden. Im Jahr 1951 beginnt die Zusammenarbeit zwischen Svedbro Smidesfabrik und dem in Stockholm ansässigen Unternehmen Skogsdon AB. Für dieses Unternehmen werden verschiedene Forstwerkzeuge gefertigt.

1952 wenden sich der Gränsfors Bruk-Eigentümer Torgny Eriksson, der Büroleiter Axel Bäckström und der Verkäufer Tore Vestin zwecks Herstellung eines neuen Kuhfußmodells an die Svedbro Smidesfabrik. Gränsfors Bruk soll dafür den Stahl liefern. Die Kuhfüße erhalten nach den ersten beiden Buchstaben des Vor- und Zunamens des Verkäufers Tore Vestin die Markenbezeichnung TOVE. Das Modell basiert auf einer Vorlage, die seit 1942 von Svedbro Smide verwendet wird. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen gestaltet sich jedoch aufgrund des Stahlmangels schwierig. Gränsfors Bruk gerät mit den Zahlungen an Svedbro Smidesfabrik häufig in Rückstand. 1960 erhält Per Enander das Angebot, als Werkstattleiter bei Gränsfors Bruk die Nachfolge von Axel Wennerström anzutreten. Parallel dazu soll er die Svedbro Smidesfabrik an Gränsfors Bruk verkaufen. Per Enander lehnt dieses Angebot jedoch ab. Stattdessen errichtet er mit Unterstützung der Gemeinde Gnarp eine neue Schmiede in Gnarp. Hier arbeiten Per und seine Frau Elsie Enander bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1985.

Der schwedische Staat kauft und verkauft das Unternehmen
(1960-1985)

In den 1960er Jahren werden in der Svedbro Smidesfabrik nicht nur Kuhfüße und Forstwerkzeuge hergestellt, sondern auch Forstmaschinen. Skogsdon AB wird 1969 Minderheitseigentümer der Svedbro Smidesfabrik. Die Geschäftsidee des Unternehmens lautet: „… alles zu entwickeln und zu verkaufen, was ein Forstarbeiter benötigt …“ 1971 wird Skogsdon vom staatlichen Domänverket (jetzt Sveaskog) erworben. Dadurch wird der schwedische Staat Miteigentümer von Svedbro Smidesfabrik. Als Skogsdon 1978 sämtliche Anteile an Svedbro Smidesfabrik kauft, wird der Unternehmensname in Svedbro Smide AB geändert.  Im selben Jahr übernimmt Skogsdon den Konkurrenten Nordforest Skogstillbehör AB mit Sitz und Lager in Säter und fusioniert mit ihm. Daraufhin verlagert Skogsdon seinen Stockholmer Hauptgeschäftssitz und sein Lager, das sich seit den 1960er Jahren in der Nähe von Svedbro befand, in das für das schwedische Forstgeschäft zentraler gelegene Säter.

In den 1970er und 1980er Jahren fertigt Svedbro Smide neben Kuhfüßen und seiner Zuliefertätigkeit ca. 50 verschiedene Forstwerkzeuge. Die Verkaufszahlen für die Forstwerkzeuge, die zunächst von Skogsdon und später von Nordforest Skogsdon vertrieben werden, sinken jedoch infolge des Rückgangs aktiver Forstarbeiter. Dies ist auf die zunehmende Mechanisierung in der Forstwirtschaft zurückzuführen. Zu den Kernprodukten dieser Zeit gehören z.B. der Fällheber Stalpen sowie Pflanzgeräte, u.a. ein innovatives Pflanzrohr.

1982 verkauft die schwedische Staatsforstverwaltung Domänverket Svedbro Smide an Gabriel Brånby. Dieser war von 1977 bis 1980 bereits als Geschäftsführer von Skogsdon tätig. Svedbro Smide kauft 1985 das in Konkurs gegangene Gränsfors Bruks AB auf. Dies läutet den Beginn einer neuen Ära ein.

Svedbro Smide und Gränsfors Bruk
 (1985 – 2005)

1985 erwirbt Svedbro Smide das Unternehmen Gränsfors Bruk. Svedbro Smide schmiedet in Gnarp Kuhfüße und Forstwerkzeuge mit einer ähnlichen Technologie, wie sie in Gränsfors Verwendung findet. Beide Betriebe werden daraufhin unter dem Namen Gränsfors Bruk AB administrativ zu einer Einheit verwoben.

1988 veräußert Gränsfors Bruk das Forstwerkzeuggeschäft an die Sandvik-Tochter Eia und Gränsfors Bruk konzentriert sich zunehmend auf die Fertigung von Äxten, Spalthämmern, Fällhebern, Pflanzrohren und Kuhfüßen. Einige Zeit später wird ebenfalls die Pflanzrohrproduktion an das finnische Unternehmen Lännen verkauft. Seit 2005 verteilt sich die Tätigkeit wieder auf die Gränsfors Bruk-Kuhfußschmiede in Gnarp sowie die Gränsfors Bruk-Axtschmiede in Gränsfors. Mit der Trennung der Unternehmen erfolgt auch eine Namensänderung von Gränsfors Bruks Kofotssmedja i Gnarp zu Gränsfors Smide i Gnarp AB.

Svedbro Smide heute

In den letzten Jahren hat ein allmählicher Generationenwechsel im Unternehmen stattgefunden, und zwei von Gabriels Söhne, Adam und Daniel, haben die Firma übernommen.

Im Januar 2015 wird die Schleife im Namen der Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Um Verwechslungen mit dem Namen des Schwesterunternehmen Gränsfors Bruk AB und auch vermeiden, zu lange Geschichte des Unternehmens zu verbinden, kehrt Gränsfors Smide i Gnarp AB auf den Namen hatte das Unternehmen, wenn die es wurde 1878 gegründet; Svedbro Smide AB.

In den letzten Jahren wurden mehrere Schmieden in Schweden geschlossen. Trotz zwei große Finanzkrisen in den letzten Jahren, und trotz der großen Wanderung der Produktion von Schweden nach Niedriglohnländern, konnte sich Svedbro Smide behaupten und seine Position auf diesem Gebiet weiter ausbauen. Svedbro Schmieden hat sich allmählich steigerte den Umsatz und vertreibt heute Kuhfüße, Stalpen sowie Brechwerkzeuge in rund dreißig Ländern.